30.03.2021 | Pressemitteilung

Corona führt zu schlech­te­ren Ern­ten in ?r­me­ren Re­gio­nen

Die Ma?nahmen zur Bek?mpfung von COVID-19 haben negative Auswirkungen auf die Wirtschaft. Was jedoch oft übersehen wird, sind Folgen für Trinkwasser und Ernten. Gerade ?rmere Regionen der Welt sind hiervon stark betroffen.

Bild: Hussam Hussein
Dr. Hussam Hussein, Gastwissenschaftler an der Universit?t Kassel

Zu diesem Schluss kommt Dr. Hussam Hussein, Gastwissenschaftler an der Universit?t Kassel. Zusammen mit Dr. Mohammad Al-Saidi, ein deutscher Wissenschaftlicher der Qatar University, haben sie die Auswirkungen der Pandemie auf die Bereiche Wasser, Energie und Nahrung untersucht. Ein Ergebnis ist, dass Menschen mehr auf ihre Hygiene achten, weswegen auch Masken und andere biomedizinische Abf?lle die Felder verunreinigen k?nnen. Weiterhin wird durch st?rkeres H?ndewaschen und Desinfizieren mehr Wasser verbraucht – für den Anbau von Nahrung steht also weniger zur Verfügung. Wegen mehr Hygiene stieg beispielsweise in Jordanien der private Wasserbedarf 2020 um 40 Prozent.

Ein weiteres Problem für Jordanien sind Grenzschlie?ungen wegen Corona. Lebensmittel, die vorher aus dem Ausland importiert wurden, kamen zeitweise nicht mehr ins Land. Um die eigene Bev?lkerung dennoch versorgen zu k?nnen, verbot die Regierung den Export eigener Lebensmittel. Zus?tzlich soll mehr Essen in Jordanien angebaut werden, wofür zus?tzlich Wasser ben?tigt wird. Auch andere L?nder haben mit solchen Problemen zu k?mpfen. Im Libanon sind Lebensmittelpreise seit der Krise stark gestiegen, im Jemen, wo seit 2015 krieg herrscht, hat sich die Versorgungslage noch weiter verschlechtert.

Der Energiebedarf ver?ndert sich hingegen kaum. Zwar wird viel eingespart, da viele ?ffentliche Geb?ude und Büros geschlossen sind. Die Menschen ziehen sich jedoch wegen Lockdown-Bestimmungen ins Private zurück. Computer, Fernseher und Klimaanlagen werden st?rker benutzt, weswegen der individuelle Verbrauch steigt. In New York beispielsweise gab es 2020 kaum Ver?nderungen im Stromverbrauch zwischen mittags und abends oder zwischen Woche und Wochenende. Das Resultat für den Einzelnen ist, dass seine Stromrechnung h?her wird. 

Bei allen negativen Auswirkungen betont Hussam Hussain jedoch auch die Chancen, die sich aus der Pandemie ergeben k?nnen: ?Die aktuelle Krise kann auch als Stresstest für unsere Nachhaltigkeitsziele, Nachhaltigkeitspolitik und unser Nachhaltigkeitsmanagement betrachtet werden. COVD-19 pr?gt die Agenda der Umweltforschung bis in die absehbare Zukunft. Sie stellt ein einzigartiges Experiment mit langfristigen Auswirkungen auf Umweltpolitik, Klimaregulierung und Wirtschaft sowie auf unsere Wahrnehmung von Globalisierung, Gerechtigkeit und Umweltverantwortung dar.“ So k?nnte der gestiegene private Stromverbrauch zur Anschaffung sparsamerer Ger?te führen, Grenzschlie?ungen zu einer effizienteren regionalen Lebensmittelerzeugung beitragen und generell ein bewussterer Umgang mit der Ressource Wasser entstehen.

电竞竞猜app哪个好,可以提现的电竞app Studie wurde jetzt im Journal Science of The Total Environment ver?ffentlicht und ist online verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969721015977

 

Kontakt:

Hussam Hussein
Universit?t Kassel
Fachbereich 11 - ?kologische Agrarwissenschaft
Gastwissenschaftler
E-Mail: hussein[at]uni-kassel[dot]de

Sebastian Mense
Universit?t Kassel
Presse- und ?ffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 561 804 -1961
E-Mail: presse[at]uni-kassel[dot]de