12.03.2021 | Campus-Meldung

For­scher­grup­pe be­schei­nigt Ru­an­da ei­ne um­fas­sen­de En­er­gie­stra­te­gie

Es bestehen starke Unterschiede bezüglich der Energiewendebestrebungen zwischen den einzelnen L?ndern Afrikas. Für eine erfolgreiche Energiewende ist nicht nur schnelles Wachstum entscheidend, sondern auch Verteilung, Zugang und Teilhabe, wie die 电竞竞猜app哪个好,可以提现的电竞appsgruppe Glocalpower analysiert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich mit den Aspekten von Gerechtigkeit in ihrer neuesten Publikation besch?ftigt.

Bild: Glocalpower.
Je umfangreicher ein Land die Apekte einer umfassenden Energiepolitik in ihren politischen Ma?nahmen beachtet, desto h?her bewertet die 电竞竞猜app哪个好,可以提现的电竞appsgruppe Glocalpower das Land bezüglich Energiegerechtigkeit.

Wirtschaftswachstum, Bev?lkerungswachstum oder Strom als Exportgut – die steigende Energienachfrage in Afrika hat vielf?ltige Gründe. ?Vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels entwickeln die afrikanischen Regierungen politische Ma?nahmen, um den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu forcieren“, sagt Dr. Simone Claar, Leiterin der BMBF-Nachwuchsgruppe Glocalpower. Um diesen Bedarf zu decken und den Ausbau von Erneuerbaren voranzutreiben, werden seit den 1990ern politische Ma?nahmen entworfen und Investitionen get?tigt. Besonders attraktiv erscheint der schnelle Ausbau von Erneuerbaren, um wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln und die Industrialisierung voranzutreiben.

?Die unterschiedlichen Sustainable Development Goals (SDG) und insbesondere das SDG 7, der Zugang zu bezahlbarer, verl?sslicher, nachhaltiger und moderner Energie, verdeutlichen, dass soziale Fragen nicht ausgeblendet werden dürfen, um eine erfolgreiche Energiewende zu gew?hrleisten“, betont Dr. Simone Claar.

Viele L?nder stehen vor der Herausforderung, die l?ndlichen Regionen zu elektrifizieren. Aber auch die Themen Geschlechtergerechtigkeit oder Energiezugang für Geflüchtete und andere vulnerable Gruppen dürften nicht au?er Acht gelassen werden. Dabei geht jedes Land einen eigenen Weg und setzt unterschiedliche Priorit?ten.

Die Bewertung von Energiegerechtigkeit

Um die verschiedenen Ans?tze afrikanischer L?nder bei der Energiewendepolitik n?her zu beleuchten, hat das 电竞竞猜app哪个好,可以提现的电竞appsteam Glocalpower diese Bestrebungen anhand zweier Indikatoren kategorisiert. Der erste Indikator zeigt an, wie vollumf?nglich die Energiewendepolitik einzelner Staaten die unterschiedlichen Problemlagen im Energiesektor adressiert. 电竞竞猜app哪个好,可以提现的电竞appr Indikator basiert im Wesentlichen auf dem 2020 erschienen Paper ?Is green a Pan-African colour? Mapping African renewable energy policies and transitions in 34 countries“. Hinzu kommt der zweite Indikator, der nach den unterschiedlichen Gerechtigkeitsaspekten von Verteilung, Zugang und Teilhabe unterscheidet. Je umfangreicher ein Land diese Aspekte in ihren politischen Ma?nahmen beachtet, desto h?her bewerteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Land bezüglich der Energiegerechtigkeit.

Die Energiepolitik in den L?ndern: Ruanda als gutes Beispiel

Wie kann man sich nun eine gelungene Integration von Gerechtigkeitsaspekten in die Energiewendepolitik vorstellen? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beurteilen nach ihrer Bewertung Ruanda mit seiner umfassenden Energiestrategie als ein gutes Beispiel. Neben zu erwartenden Punkten wie der Formulierung von Energiezielen oder dem Ausbau des Netzes werden auch Aspekte ?grüner Industrialisierung“ angesprochen, die für neue Jobs sorgen sollen. Hinzu kommt, dass sich der Netzausbau nicht nur auf die st?dtischen Regionen oder den industriellen Energiezugang beschr?nkt, sondern in der Energiestrategie auch ein detaillierter Plan zur l?ndlichen Elektrifizierung formuliert wird. 电竞竞猜app哪个好,可以提现的电竞app Ma?nahmen werden au?erdem durch Workshops zum Umgang mit erneuerbaren Energien erg?nzt. Ein spezieller Fokus wird hierbei auf die F?rderung von Frauen im Energiesektor gelegt, was den wichtigen Gerechtigkeitsaspekt der Teilhabe an erneuerbaren Energien zus?tzlich betont.

Im direkten Gegensatz dazu ist eine klare Energiewendepolitik in L?ndern wie Burkina Faso oder Burundi kaum vorhanden. Ein Beispiel im ?Mittelfeld“ bietet schlie?lich Sambia, das zwar einige starke Einzelprojekte mit ausl?ndischer Beteiligung vorweisen kann, aber bis jetzt keine einheitliche Energiewendestrategie formuliert hat. Das macht es auch für Gerechtigkeitsaspekte schwerer, denn gut gemeinte Einzelprojekte sorgen nur punktuell dafür den Zugang zu Energie gerecht zu verteilen und die Teilhabe zu st?rken. Ein stark marktorientierter Ansatz sorgt hier zudem dafür, dass die Priorit?t auf die Zufriedenstellung der Bedürfnisse ausl?ndischer Investoren gelegt wird, w?hrend Industrialisierungs- und Jobperspektiven in den Hintergrund geraten.

 

Das Projekt: Glocalpower
Glocalpower wird gef?rdert durch das BMBF. Zum 1. M?rz wurde das Projekt zu einem Verbundprojekt zwischen der Universit?t Kassel und der Universit?t Hamburg. Die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen das Thema gemeinsam mit lokalen Partnern in Sambia, Ghana und Südafrika. Gemeinsam sind ab Ende 2021 Transferworkshops geplant.

 

Weitere Informationen
Die Studie ?Assessing African Energy Transitions: Renewable Energy Policies, Energy Justice, and SDG 7” von Franziska Müller, Manuel Neumann, Carsten Elsner und Simone Claar ist im Journal ?Politics and Governance“ erschienen: https://www.cogitatiopress.com/politicsandgovernance/article/view/3615

Zur Studie: Is green a Pan-African colour? Mapping African renewable energy policies and transitions in 34 countries: http://tiny.cc/AfricanEnergyPolicies

 

Kontakt:

Dr. Simone Claar
Leiterin der BMBF-Nachwuchsgruppe
Tel.: 0561 804-3931
E-Mail: sclaar@uni-kassel.de