16.12.2020 | Campus-Meldung

Ver­lei­hung des cdw-F?r­der­prei­ses

Am Mittwochabend (16.12.20) wurde digital im Rahmen der EXAMEN 2020 der F?rderpreis der cdw Stiftung gGmbH ausgelobt. Ausgezeichnet wurden Thomas Reymann (Bildende Kunst), Nico Buurman (Visuelle Kommunikation) und Fiona Sophie K?rner (Visuelle Kommunikation). Eine lobende Erw?hnung erhielten die Produktdesignerinnen Leya Bilgic und Lea Schücking für ihre Arbeit ?SHARDS – Fliesen aus Bauschutt“.

Bild: Thomas Reymann
In seiner Arbeit folgt Thomas Reymann seinem analytischen Interesse, um den Fragen nachzugehen ?Was ist ein Bild?“ oder ?Was ist Farbe?“.
Bild: Nico Buurman
Nico Buurman besch?ftigt sich in seiner Arbeit mit dem eigenen Verh?ltnis zur Natur und der gesellschaftlichen Konstruktion von M?nnlichkeit.
Bild: Fiona Sophie K?rner
Fiona Sophie K?rner wurde für ihre Arbeit ?Shoes can change your life“ pr?miert.

Die Jury sichtete ca. 37 Abschlussarbeiten von Absolvent/-innen und Meisterschüler/-innen der Kunsthochschule, die vom 9. bis 16. Dezember in der documenta-Halle ausgestellt waren. Die Ausstellung war aufgrund der Covid-19-Pandemie für Besucher/-innen nicht ge?ffnet. Auf der Plattform examen20[dot]de wurden die Positionen der Ausstellenden digital vorgestellt. Mit dem F?rderpreis wurden Abschlussarbeiten pr?miert, die u.a. Spannung und Neugier auf weitere Arbeiten erzeugen. Das Preisgeld ist für die Anfertigung einer neuen künstlerischen Position vorgesehen, die die Preistr?ger/-innen im Rahmen der EXAMEN 2021 ausstellen.

Der Jury geh?rten an: Susanne Hesse-Badibanga (documenta und Museum Fridericianum gGmbH), Alexandra Berge (Kasseler Kunstverein), Thomas Flügge (cdw Stiftung gGmbH), Anna Holzhauer (Kunsthochschule Kassel) und Helena Sch?tzle (Künstlerin).

 

Zu den Preistr?ger*innen 2020:

Thomas Reymann (Preisgeld 5.000 Euro)
Die Jury entschied sich einhellig für das Werk ?it s nice to be Thomas Reymann“ von Thomas Reymann, weil die künstlerische Eigenst?ndigkeit in der Wahl der Form und der künstlerischen Vorgehensweise auff?llig und bemerkenswert ist. Reymann verweigert sich jedweder affirmativen Zuweisung des ?Hab-ich-schon-mal-gesehen-oder-sieht-aus-wie...“ Best?ndig scheint er seinem analytischen Interesse zu folgen, um den Fragen nachzugehen ?Was ist ein Bild?“ oder ?Was ist Farbe?“. Trotz aller Eigenst?ndigkeit steht das Werk nicht au?erhalb der historischen oder ?sthetischen Diskussion über die Malerei in Europa nach 1945. Thomas Reymann verfolgt in seiner künstlerischen Praxis die konsequente und unbeirrte Weiterführung dieses Diskurses.

Nico Buurman (Preisgeld 2.500 Euro)
Nico Buurman besch?ftigt sich in seiner Arbeit ?I will survive“ mit dem eigenen Verh?ltnis zur Natur und der gesellschaftlichen Konstruktion von M?nnlichkeit und hinterfragt beides dabei kritisch. Aus dieser pers?nlichen Ann?herung heraus geht er dem generellen Verh?ltnis des Menschen zur Natur nach. Buurman portr?tiert und inszeniert sich selbst als wei?en Mann in der Peripherie Kassels, also an der Grenze zur Zivilisation, die er zur Wildnis erkl?rt. Er stellt die Frage, wo Natur beginnt und ob unser heutiges Verst?ndnis von Natur und unsere Sehnsucht nach der vermeintlich unberührten Natur vielfach nicht überholte Zuweisungen sind, die sich aus einer romantischen Vorstellung von Natur speisen, die so l?ngst nicht mehr existiert.

Fiona Sophie K?rner (Preisgeld 2.500 Euro)
Mit dem weiteren zweiten Preis wurde Fiona Sophie K?rner für ihre Arbeit ?Shoes can change your life“ pr?miert. Die Jury überzeugte die Herangehensweise, wie die Künstlerin sich mit dem Versprechen des Glücks auseinandersetzte. In der Norm des Musterhauses findet sich die wei?e Kleinfamilie wieder, die bestimmte Familien- und Gesellschaftsstrukturen widerspiegelt – auch dadurch wird ein Normativ erneut untermauert. Die verschiedenen Medien, mit denen K?rner arbeitet und die den Traum von unterschiedlichen Blickwinkeln her beleuchten, ergeben im Gesamten eine Stimmung, die entlarvt und die zudem die eigenen Tr?ume infrage stellt. Dadurch entstand bei der Jury eine Konfrontation mit den eigenen Lebensentwürfen und Wertvorstellungen, die zum Nachdenken anregte und zu Diskussionen führte.

 

Zum F?rderpreis
Der F?rderpreis ist für die Anfertigung einer neuen künstlerischen Arbeit vorgesehen, die im Folgejahr wiederum als Alumni-Projekt bei der Examensausstellung pr?sentiert werden soll. Die EXAMEN bietet eine wichtige Plattform zum Austausch, zur Vernetzung und zur nachhaltigen F?rderung des beruflichen Einstiegs der Absolvent*innen.

 

Pressekontakt
?i?dem ?zdemir
Kunsthochschule Kassel
presse[at]kunsthochschulekassel.de