Stel­lung­nah­me zum Straf­pro­zess ge­gen Prof. Dr. Ul­rich Kut­sche­ra (Stand: 7-8/2020)

State­ment der Universit?t Kassel am 03.08.2020

Die ?u?erungen von Ulrich Kutschera emp?ren. Mehrfach und frühzeitig hat sich die Universit?t deutlich distanziert. Wir haben den Ausgang der heutigen Verhandlung gegen den Kasseler Biologieprofessor mit gro?em Interesse verfolgt. Herr Kutschera wurde wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt. Noch ist dieses erstinstanzliche Urteil aber nicht rechtskr?ftig.

Für verbeamtete Hochschullehrer gilt das Hessische Disziplinargesetz, nach welchem ein m?gliches Disziplinarverfahren solange ruht, bis in einem Strafverfahren in gleicher Sache ein rechtskr?ftiges Urteil vorliegt.

Positiv in die Zukunft gewendet k?nnen wir sagen: Das Berufungsverfahren für die Nachfolge von Herrn Kutschera ist auf einem sehr guten Weg, denn ein Ruf wurde bereits erteilt.

?Diskriminierung und Beleidigung von Minderheiten und diverser Lebensformen geh?ren nicht an die Universit?t Kassel. Dies haben wir immer wieder deutlich gemacht. Gemeinsam mit der gro?en Mehrheit unserer Hochschullehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden vertrete ich die Auffassung, dass Universit?ten Orte der Aufkl?rung, des freiheitlich-liberalen Denkens sowie einer kritisch-diskursiver Wissenschaft sind“, sagt Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Pr?sident der Universit?t Kassel.

Die Universit?t Kassel hatte sich mehrfach entschieden gegen umstrittene ?u?erungen des Biologen positioniert, zuletzt vor 14 Tagen zum Beginn des Prozesses. /uni/aktuelles/aus-der-hochschule/stellungnahmen-der-hochschule/stellungnahme-zum-strafprozess-gegen-prof-dr-ulrich-kutschera-stand-7/2020


Sta­te?­ment der Universit?t Kassel am 20.07.2020

Anl?sslich eines Strafprozesses gegen Prof. Dr. Ulrich Kutschera wird in verschiedenen Medien erneut über den umstrittenen Hochschullehrer berichtet. Die Hochschulleitung hat  zu den ?u?erungen von Prof. Kutschera mehrfach Stellung bezogen.

Wir verfolgen den Prozess mit gro?er Aufmerksamkeit. Professorinnen und Professoren k?nnen für ihre ?u?erungen nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern auch die Freiheit der Wissenschaft in Anspruch nehmen, die das Grundgesetz sehr weit fasst. Ob sie in diesem konkreten Fall überschritten wurden, hat nun zun?chst das Gericht zu bewerten. Wir warten die Urteilsfindung ab.

Diskriminierung und Verleumdung von Minderheiten und diverser Lebensformen wenden sich gegen die Werte der Universit?t Kassel. Wir respektieren unterschiedliche Lebensentwürfe und sehen Diversit?t als Gewinn für die Universit?t. So wird aktuell eine Diversity Week vom 28 September bis 2. Oktober 2020 vorbereitet. Rassismus und rechtes Gedankengut, der Ruf nach homogenen nationalen Gesellschaften durch Ausgrenzung von Minderheiten und Flüchtlingen lehnen wir ab. Geistigen Brandstiftern eines neuen Nationalismus treten wir entschieden entgegen.